23.04.2016 – 13.11.2016

MYKOLOGISMUS

Mit Paul-André Robert in die Pilze

Der Grossteil eines Pilzes bleibt im Verborgenen. Unter der Erde verbreitet er ein netzähnliches Geflecht, das Myzel. An der Oberfläche zeigt er sich mit unsichtbaren Sporen und natürlich mit der Frucht, gemeinhin als Pilz bezeichnet. Das Sichtbare des Pilzes hielt Paul-André Robert in seinen Pilzaquarellen fest, die 1925 in der Publikation von John Jaccottet erschienen sind. Sie spriessen in einem Geflecht aus künstlerischen Arrangements und wissenschaftlicher Genauigkeit. Die Ausstellung Mykologismus. Mit Paul-André Robert in die Pilze eröffnet einen Dialog zwischen den Werken Roberts und zeitgenössischen Kunstschaffenden aus der Region, der Schweiz und dem Ausland, die in wissenschaftlicher und assoziativer Manier den Pilzkosmos erforschen.

 

Wer sich mit Paul-André Robert in die Pilze wagt, findet im NMB Neues Museum Biel Pilze, die im Dunkeln leuchten, auf Bushaltestellen wachsen, angebetet oder gegessen werden, die übergross wuchernd den Ausstellungsraum einnehmen und von Pflanzen, Lebewesen oder technischen Geräten Besitz ergreifen. Gemeinsam mit den Berner Künstlern Marco Giacomoni und Martin Möll, die im Park des Museums eine Pilzzucht einrichteten, konzipierte das NMB eine Ausstellung, die neue Querverbindungen generiert und überraschende Sichtweisen auf den Pilzkosmos ermöglicht.


Gezeigt werden Positionen von Fredie Beckmans, Marianne Engel, Marco Giacomoni & Martin Möll, Philip Gibbs, Christian Gräser, Filip Haag, Angela Hausheer & Leo Bachmann, Lucyenne Hälg, Christoph Hess, Bernhard Huwiler, Ralph Klewitz, Lea Krebs, Renée Magaña, Ernesto Nicola Nicolai, Pat Noser und Augustin Rebetez, Lucien Robert.


Literarische Auseinandersetzungen mit dem Pilz an der Grenze zwischen Kunst und Wissenschaft finden sich in einer Begleitpublikation mit deutschen, französischen und englischen Texten von Fredie Beckmans, Patrice Duret, Philip Gibbs, Ruth Gundacker, Ralph Klewitz, Christian Pauli und Kathrin Zurschmitten, begleitet von Sporenpulverabwürfen der kanadischen Künstlerin Jo Cook und Martin Möll.


Abbildungen

Marianne Engel (*1972), Schauender, Eingefärbter Epoxydharz, Nachleuchtpigmente, 2014
Marianne Engel (*1972), Sporenabdruck, 2012, Fotografie auf Dibond, glanz laminiert, Edition 1/2, Courtesy Julius Baer Art Collection, Photo: NMB, Patrick Weyeneth
Lucyenne Hälg (*1967), Meine liebsten Pilzplätzchen, 2015 – 2016, Pilzstiche, Photo: NMB, Patrick Weyeneth
Pat Noser (*1960), Kürbis / Kirschen / Tomate / Melone / Zitrone, 1999 – 2016, Öl auf Leinwand, Photo: NMB, Patrick Weyeneth
Paul-André Robert (1901–1977), Morchel, 1922, Aquarell auf Papier, NMB, Stiftung Sammlung Robert, Photo: NMB, Patrick Weyeneth
Ernesto Nicola Nicolai (*1960), Pilze, 1995, Papiermaché, Perserteppich, Photo: NMB, Patrick Weyeneth