17.09.2016 – 01.01.2017

Lissy Funk

Von Generation zu Generation. Mit Werken von Adolf Funk und Rosina Kuhn

Lissy Funk (1909–2005) stickte ein aussergewöhnliches Werk, das innerhalb der Textilkunst des 20. Jahrhunderts einen besonderen Platz einnimmt. Nadeln und Faden waren ihr, was Malerinnen und Maler Pinsel und Farbe bedeuten: Mit ihnen lotete sie die technischen Grenzen aus und reformierte mit neuen Lösungen die Textilkunst. Das Frühwerk der Künstlerin gestaltet sich figürlich und lässt Spuren ihrer grossen Vorbilder erkennen – den französischen, flämischen und englischen Bildteppichen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Fasziniert von deren reichen Bildwelten und inspiriert von der eigenen Lebenswelt und Fantasie, entwarf Lissy Funk idyllische Waldszenen mit Pflanzen und Tieren.

Ab den 1960er Jahren wandte sich Lissy Funk, nicht zuletzt durch die künstlerische Auseinandersetzung mit den Werken ihres Mannes Adolf Funk, der Abstraktion zu. Sie gestaltete für die Gattung der Stickerei ungewöhnlich grossformatige Werke. Miniaturen fanden erst in ihrem künstlerischen Spätwerk ihren Platz.

 

Die Ausstellung beleuchtet den künstlerischen Dialog des Paares und ist als Kooperation mit dem Kunsthaus Grenchen entstanden, das zeitgleich Arbeiten der Tochter Rosina Kuhn in Kombination mit Werken des Enkels Cyril Kuhn zeigt. In einer institutionsübergreifenden Ausstellung sind so erstmals die Werke aller drei Generationen dieser aussergewöhnlichen Künstlerfamilie zu sehen.
 

Zu den Ausstellungen erscheint ein Kartenset mit Texten zu den Künstlerinnen und Künstlern.


Abbildungen

Lissy Funk (1909 – 2005), Der fröhliche Augenblick, 1971, Stickerei, 190 x 265 cm, Privatsammlung Zimper & Dubsky, Photo: Christie’s, Zürich
Lissy Funk (1909–2005), Die Quelle, 1939, Stickerei, 191 x 184 cm, Nachlass Funk
Lissy Funk (1909–2005), Der kleine Garten, 1962, Stickerei, 180 x 250 cm, Alterssiedlung Stegmatt, Lyss

Rosina Kuhn (*1940), Blutbuche, 2005, Öl auf Leinwand, Besitz der Künstlerin
Adolf Funk (1903–1996), Ohne Titel, 1969, Acryl auf Leinwand, Privatbesitz